Was ist ein Triggerpunkt?

Triggerpunkte sind umschriebene, druckschmerzhafte Verhärtungen in Skelettmuskeln, die bestimmte Schmerz – Äbertragungsmuster auslösen, d.h. sie „triggern“ in definierte, benachbarte Areale, die sich nicht mit der Lokalisation des Triggerpunkts decken. Die Angaben über die Schmerzquelle von Seiten der Patienten muss vom Therapeuten bei der Befunderhebung palpatorisch auf entsprechende Triggerpunkte überprüft werden, um festzustellen ob sich die Schmerzsymptomatik bei Druck auf den Triggerpunkt reproduzieren und somit differenzialdiagnostisch verwerten lässt. 

Entstehung von Triggerpunkten 

1996 stellte Simons die Hypothese der funktionsgestörten Endplatte für das Auftreten von Muskel- Triggerpunkten auf (Mense/Pongratz „Chronischer Muskelschmerz“ 2003). Hierbei ist die auslösende Ursache für die Entstehung eines Triggerpunkts ein Trauma in Form einer Äberlastung oder Zerrung des Muskelgewebes. Das muskuläre Trauma bewirkt eine Funktionsstörung der neuromuskulären Endplatte, wodurch es zu verstärkter Ausschüttung von Transmittersubstanzen (Ach) in den synaptischen Spalt kommt. Postsynaptisch wirkt die erhöhte Konzentration von ACh wie eine Dauerdepolarisation, die interzelluläre Ca –Ionen aus den Speichern der Muskelzelle freisetzt, welche die Akto – Myosineinheiten unterhalb der neuromuskulären Endplatte zu einer Dauerkontraktur bringen. Dabei bleibt die Depolarisation unterschwellig; es wird kein Aktionspotential ausgelöst und der Kontraktionsknoten bleibt auf dem Bereich um die Endplatte beschränkt. Der Rest der Muskelfaser wird durch die Dauerkontraktion gedehnt und bildet so ein palpierbares Muskelfaserbündel (taut band). Die Kapillaren der Umgebung des Kontraktionsknotens werden komprimiert und es entsteht eine lokale Ischämie, die mit einem erhöhten Energiebedarf durch die ständige Aktivierung der Akto- Myosineinheiten einhergeht. Es entsteht eine lokale Energiekrise, die Substanzen freisetzt, die Nozizeptoren sensibilisieren und so die Druckschmerzhaftigkeit verursachen. 

Endplattenhypothese n. Simons

Therapiemöglichkeiten: 

Der Nachweis der Triggerpunkte erfolgt manuell und setzt manualtherapeutische Erfahrung voraus, aparativ sind Triggerpunkte bisher nicht nachweisbar. Prinzipiell können Triggerpunkte über alle aktiven und passiven Dehntechniken beeinflusst werden, außerdem begünstigen Kälte- bzw. Wärmeanwendungen die Schmerzlinderung. Chronifizierte, myofasziale Schmerzen müssen hinsichtlich aufrechterhaltener Faktoren untersucht werden. Allgemein reagieren zentrale Triggerpunkte auf therapeutische Reize anders als Insertionstriggerpunkte. Auch dysfunktionelle Muskelaktivität ist grundsätzlich als pathogener Faktor anzusehen und therapeutisch zu korrigieren.

Lösen von Triggerpunkten durch Druck

Zentrale Triggerpunkte können über starken und lang anhaltenden Druck beseitigt werden. Der Wirkungsmechanismus dieser lokalen Kompression besteht wahrscheinlich in der Aktivierung vasoneuroaktiver Substanzen, die durch den hohen Druck in die Umgebung des Triggerpunkts gepresst werden und dort die Nozizeptoren günstig beeinflussen. Nach der Druckanwendung kommt es zu einer reaktiven Hyperämie; diese beseitigt die im Triggerpunkt vorliegende Ischämie. 

Infiltration von Triggerpunkten

Die Injektion von Kochsalzlösung oder Lokalanästhetika in den Muskeltriggerpunkt und seine Umgebung mit anschließender Dehnung des betroffenen Muskels, als auch trockene Nadelungen von Triggerpunkten, sollen die Beschwerden beseitigen.